Vietnam: Wachsende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen

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Der demografische Wandel, der Anstieg des verfügbaren Einkommens und ein stetiges Wirtschaftswachstum haben zu einer wachsenden Nachfrage für Gesundheitsdienstleistungen in Vietnam geführt. Im Jahr 2017 machten die Gesundheitsausgaben 7,5 Prozent des BIP aus. Zwischen 2017 und 2021 wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR – Compound Annual Growth Rate) von rund 12,5 Prozent gerechnet. 

Überbelegung, Mangel an medizinischem Personal und veraltete Geräte für Operationen und Intensivstationen sind die größten Herausforderungen des vietnamesischen Gesundheitssektors. Diese Probleme zwangen die Vietnamesen dazu, zur medizinischen Behandlung ins Ausland zu reisen, was die jährlichen Ausgaben im Ausland auf 2 Milliarden US-Dollar anstiegen lies. Dies unterstreicht die Chancen der Branche z.B. in den Bereichen Gesundheitsdienstleistungen, Pharmazeutika sowie medizinischer Geräte.

Gesundheitsindustrie 

Laut der Business Monitor International (BMI) beliefen sich die Gesundheitsausgaben 2017 in Vietnam auf 16,1 Milliarden US-Dollar, was 7,5 Prozent des BIP entspricht. Zwischen 2017 und 2021 werden die Gesundheitsausgaben voraussichtlich um 12,5 Prozent steigen.

Segmentwachstum

 Es wird prognostiziert, dass der Umsatz aus Arzneimitteln zwischen 2016 und 2020 mit einer CAGR von 10,5 Prozent am schnellsten wachsen wird. Im Vergleich dazu werden die Ausgaben  für Medizinprodukte und die privaten Gesundheitsausgaben voraussichtlich um 9,3 Prozent bzw. 7,2 Prozent steigen. Der Arzneimittelumsatz wird voraussichtlich von 4,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 5,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 und 7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 steigen.

 Ausgaben für medizinische Geräte werden voraussichtlich von 981 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 auf 1,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 wachsen, während die privaten Gesundheitsausgaben voraussichtlich von 6,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 8,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 steigen werden.

Ausgaben

 Veränderungen des Lebensstandards und eine alternde Bevölkerung haben zu einem rapiden Anstieg der Gesundheitsausgaben geführt. Laut KPMG steigen die Ausgaben voraussichtlich von 16,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 auf 17,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 und fast 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. 

Seit 2012 überholten die öffentlichen Gesundheitsausgaben, hauptsächlich aufgrund der staatlichen Sozialversicherungsprogramme, die privaten Gesundheitsausgaben. Von 2016 bis 2021 werden die öffentlichen Gesundheitsausgaben voraussichtlich um einem CARG von 9,5 Prozent steigen, während die privaten Gesundheitsausgaben im selben Zeitraum um fast 7,5 Prozent steigen werden. 

Die öffentlichen Gesundheitsausgaben machen mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus und werden für 2021 bereits auf einen Anteil von 58,1 Prozent geschätzt.

Krankenhaussystem 

Vietnam verfügt über ein dezentralisiertes System, in dem Provinzen, Distrikte und Gemeinden Autonomie zur Umsetzung ihrer eigenen Gesundheitspolitik erhalten. Die Organisationsstruktur von Krankenhäusern oder des Gesundheitssystems in Vietnam ist in vier Gruppen unterteilt.

  • Zentrale Ebene – Das Gesundheitsministerium (MoH – Ministry of Health) ist für den Gesundheitssektor der Regierung zuständig und verwaltet einige Institutionen wie Krankenhäuser, Forschungsinstitute und Universitäten. Andere Ministerien unterhalten ebenfalls ihr eigenes Netzwerk von Krankenhäusern.    
  • Zentral verbundene Provinz / Stadt – Auf Provinz- oder Stadtebene gibt es mehrere Krankenhäuser und medizinische Zentren. Darüber hinaus haben sie auch medizinische Hochschulen, die Medizin-, Krankenpflege- und Apothekenprogramme anbieten.    
  • Distrikt – Distriktgesundheitszentren bieten meist medizinische und präventive Dienstleistungen an.     
  • Gemeinde – Gemeindegesundheitsstationen konzentrieren sich auf primäre Gesundheitsleistungen auf Gemeindeebene.

Infrastruktur 

Im Jahr 2016 gab es in Vietnam 1.346 Krankenhäuser, darunter 1.161 öffentliche Krankenhäuser und 185 private Krankenhäuser. Die staatlichen Gesundheitsabteilungen in den Provinzen und Städten verwalten fast 80 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser, während das Gesundheitsministerium und andere Ministerien / staatlichen Unternehmen die restlichen Krankenhäuser verwalten.

 Die Gesamtzahl der Krankenhausbetten stieg von 209.485 im Jahr 2011 auf 254.885 im Jahr 2016. Der öffentliche Sektor hatte 240.700 Betten, während der private Sektor die verbleibenden 14.185 Betten verwaltet. Die Regierung verfolgt das Ziel, den Anteil privater Krankenhausbetten durch öffentlich-private Partnerschaften bis 2020 auf 20 Prozent der Gesamtbetten zu erhöhen. 

Die Anzahl privater Krankenhäuser und Betten wuchs schneller als die der öffentlichen Krankenhäuser. Zwischen 2011 und 2016 stieg die Anzahl öffentlicher und privater Krankenhausbetten um 3,4 Prozent bzw. 17,7 Prozent, während die Anzahl öffentlicher und privater Krankenhäuser um 0,8 Prozent bzw. 6,8 Prozent stieg.

Rechtsformen der Unternehmen 

Wegen der wachsenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen, haben ausländische Investitionen in diesem Sektor, insbesondere durch M&As, ein rasches Wachstum erlebt. Anleger können in Gesundheitseinrichtungen, Pharmazeutika, Medizinprodukte und medizinische Schulungseinheiten investieren. In jedem dieser Sektoren sind Auslandsinvestitionen von bis zu 100 Prozent zulässig, wobei die Kapitalanforderungen bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. 

Gesundheitspflege 

Diese Geschäftsform umfasst Krankenhaus-, medizinische und zahnärztliche Dienstleistungen. Häusliche Pflege, Krankenpflege und Notfall-Evakuierungsdienste sind je nach Fall genehmigungspflichtig. Der Kapitaleinsatz für Krankenhäuser beträgt 20 Millionen US-Dollar, während eine Poliklinik und eine Spezialklinik Investitionen in Höhe von 2 Millionen US-Dollar bzw. 200.000 US-Dollar erfordern würden.

Pharmazeutisch 

Mit Ausnahme des Vertriebs sind in diesem Sektor alle Aktivitäten wie Fertigung, Handel, Lagerung und Tests erlaubt. 

Medizinische Geräte 

Aktivitäten wie Herstellung, Handel und Vertrieb sind im Medizinproduktsektor erlaubt.

Medzinische Ausbildung 

Investoren können eine Universität oder eine berufliche Ausbildungseinheit für medizinische Schulungs- und Ausbildungszwecke errichten. Der Kapitalbedarf für eine Universität beträgt 6.500 USD pro Student und ein Minimum von 13 Millionen USD. Für die berufliche Ausbildung sowie die kurzfristige Ausbildung betragen die Kapitalanforderungen 2.600 USD bzw. 900 USD pro Student.

Investitionsmöglichkeiten bestehen auch in Projekten öffentlich-privater Partnerschaften (PPP – Public Private Partnership). Die vietnamesische Regierung hat auf zentraler und provinzieller Ebene zahlreiche Investitionsmodelle errichtet. Daduch soll die wachsende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gedeckt werden und Kapital in Form von PPP in Bereichen wie dem Bau und dem Management von Infrastruktureinrichtungen, medizinischer Geräte und Ausbildungen gewonnen werden. 

 


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